>>Stress, Zeitdruck und Gedächtnis
Stress, Zeitdruck und Gedächtnis2018-12-06T14:27:07+00:00

Wie hängen Stress, Zeitdruck und Gedächtnis zusammen?

Der Hippocampus im limbischen System ist ein Zwischenspeicher und besonders für die Gedächtnisbildung relevant. Nachts im Traumschlaf werden im Hippocampus die wichtigen von den unwichtigen Informationen gefiltert. Nach der erfolgten Selektion gelangen die wichtigen Informationen in das Langzeitgedächtnis. Wichtige Informationen sind vor allem Erlebnisse, die eine emotionale Bedeutung für uns haben.

Bei chronisch gestressten Menschen ist der Schlaf oft von minderer Qualität. Dadurch fehlen ausreichend Tiefschlaf- und Traumschlafphasen, in denen das limbische System die Informationsverarbeitung leisten kann. Die Folge: Der Tractus perforans, der die Informationen des Tages sammelt, erholt sich durch fehlenden Tiefschlaf in der Nacht nicht ausreichend – und kann die Informationen am folgenden Tag nicht so gründlich aufnehmen. Der folgende Tag rauscht dann quasi an uns vorbei.

Weil auch der Traumschlaf gestört ist, hat der Hippocampus nicht genügend Zeit, all die Erlebnisse des Tages aufzuarbeiten. Für die Bearbeitung und Archivierung von relevanten Informationen braucht der Mensch jedoch genügend Schlaf – nur dann wird die Neurogenese, die Bildung von Nervenzellen im Hippocampus aktiviert und ein Gedächtnisspeicher gebildet.

Auf den Punkt gebracht: Je mehr wir im Alltag unter Druck stehen, desto weniger bleibt letztendlich haften. Unter Stress nehmen Lern- und Gedächtnisleistungen messbar ab. Die Fehlerquote erhöht sich, ein Blackout kann eintreten, Schlafstörungen sind die Regel. Werden zu viele Ereignisse auf einmal unter Hochspannung erlebt, dann leidet das Gedächtnis – bis hin zu einer temporären „Stressdemenz“.Langfristiger Stress bedeutet immer eine kontinuierliche Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Dieser chronische Stresshormonspiegel führt langfristig zu Hirnveränderungen – vor allem im Bereich des Hippocampus. Monatelanger Stress mit gestörten Ruhe- und Schlafphasen verursacht nach letztem Forschungsstand sogar das Absterben von Zellen im Hippocampus.

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